Schon mit zehn Jahren wollte Andreas Deja (50) Trickfilmzeichner werden. Heute arbeitet er für Disney, gilt als einer der großen Stars der Szene und ist seit 1987 Jurymitglied bei der Verleihung der Oscars. Der hamburger wirtschaft stand Deja, der zur Verleihung des Animation Award 2007 nach Hamburg kommt, Rede und Antwort.

hamburger wirtschaft: Sie sind seit 27 Jahren für Walt Disney tätig und haben an zahlreichen Produktionen wie „Die kleine Meerjungfrau“, „König der Löwen“, „Aladdin“ oder „Lilo & Stitch“ mitgewirkt. Wie sieht denn Ihr Arbeitsalltag als Directing Animator aus?

Andreas Deja: Ein Directing Animator bei Disney ist normalerweise für eine Figur verantwortlich. Ich arbeite aber mit einem Team, das auch meine Figur zeichnet, da ich aus Zeitgründen nicht alle Szenen animieren kann. Im Durchschnitt helfen mir fünf bis sieben Animatoren. Ein „normaler“ Arbeitsalltag beginnt oft mit Beurteilungen von Szenen dieser Zeichner. Am Anfang der Produktion leite ich sogenannte Chalktalks, ich erkläre den grafischen Aufbau der Figur im Detail sowie die Psyche und Verhaltensweise, also Schauspiel. Jeder zeichnet sowieso unterschiedlich, es kommt aber mehr darauf an, dass wir alle dieselbe Auffassung teilen, was die Emotionen der Figur betrifft. Es gibt Besprechungen mit den Story-Leuten, Dailies oder Rushes, das sind Bleistift-Animationen auf Film, Meetings mit dem Management, um zu erfahren, dass wir viel zu langsam zeichnen. Zur eigenen Animation komme ich oft erst gegen Donnerstag/Freitag.

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