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In Mike Barriers Artikel am Anfang dieses Buches wurde bereits ausführlich darauf hingewiesen: Weit stärker als die Comics haben (zumindest in den USA) die Zeichentrickfilme den Namen Walt Disneys berühmt gemacht.
Einer der Künstler, die für und im Namen Disneys mithalfen, sein gigantisches Unterhaltungsimperium zu schaffen, war Art Babbitt, einer der weltbesten Animatoren. Er wurde am 8. Oktober 1907 in Omaha, Nebras geboren, und von seinen sieben Geschwistern - Art war der älteste Sohn - haben nur drei ihre Kindheit überlebt. Seine Familie war arm, und so war er bereits mit 16 Jahren gezwungen, sowohl sich selbst als auch die Familie zu ernähren. Babbitt ging nach New York, wo er zuerst für eine kleine Werbeagentur zeichnete (für fürstliche 16 Dollar pro Woche), bevor er nach einem weiteren Jahr ins Trickfilmgeschäft übersiedelte und für Paul Teny arbeitete. Aus jenen Tagen rührt auch Art Babbitts tiefe Freundschaft zu Bill Tytla her, der >>mir vor allem beibrachte, daß man zum Zeichnen Mut haben muß«.
Berühmt wurde Babbit jedoch nicht nur als ein der wenigen Animatoren, die dem Medium wirklich innovative Anstöße zu geben vermochten, berühmt wurde er auch durch seine Teilnahme am Disney-Streik von 1941. Auch in kritischen Büchern (wie etwa in Richard Schickels The Disney Version von 1968) finden sich nur kurze und sich oft widersprechende Abschnitte darüber. Seinen Grund hat dies darin, daß bis zum Zeitpunkt dieses Interviews Art Babbitt als derjenige, der diesen Streik entscheidend initiiert und mitgetragen hatte, nichts aus jenen Tagen erzählen wollte. Das hier vorliegende Gespräch ist somit tatsächlich das erste, in dem er ausführlich jene Ereignisse schildert und Licht ins Dunkel der Vorgänge bringt.
Aufgenommen wurde das Interview am 28. Oktober 1980 in Art Babbitts Haus in Hollywood, Cal.
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